Riss im Grund

Horizontale Skulptur

Sonderpreis der Jury
Endrunde Offener Kunstwettbewerb zur Erlangung
künstlerischer Entwürfe für das Haus der Zukunft | Berlin
BAM Deutschland AG

mi_berlin_hdz_web„Riss im Grund“ | Südplatz | Fotomontage missing icons

 

Entwurf 2016

Wettbewerb
Competitionline

 

Der Riss im Grund zieht sich als horizontale und prozessuale Skulptur real über die beiden Plätze vor und hinter dem Haus der Zukunft (jetzt Futurium). Er tritt streckenweise plastisch hervor und wird dann wieder zur Spur im Asphalt und läuft imaginär unter dem Haus der Zukunft weiter.

Das Haus der Zukunft entsteht in einer Zeit, in der weltweit die katastrophalen ökologischen wie sozialen Effekte des modernen Profit- und Fortschrittsstrebens täglich eindringlicher spürbar werden. Neben der drohenden Klimakatastrophe eskalieren die gewalttätigen Konflikte, die zu einem großen Teil aus der historisch bedingten Aufteilung der Welt und den globalen Ungleichzeitigkeiten des Fortschrittsprojekts resultieren.

Der Riss im Grund ist zugleich Vorgriff und Rückschau: Eine real erfahrbare, virtuell hergestellte, möglich-unmögliche Verschiebung in Zeit und Raum. Er unterbricht – real und imaginär – das Konzept des Hauses der Zukunft, das als luftige Wolke vor einem glatten, durch das Punktmuster abgeschirmten Untergrund entstehen soll und sich die Zukunft als einen erreichbaren Ort vorstellt, an dem alle Gegenwartsprobleme gelöst sein werden.

Der Riss im Grund holt das Haus der Zukunft in die bedrohliche Gegenwart. Er ist Metonymie für die Dimension des gegenwärtig Ungewissen und des unsicheren Grundes, auf dem wir in die Zukunft gehen, sowie des zukünftig Unvorhersehbaren, Unkalkulierbaren. Er verweist auf die philosophisch komplexe Struktur von Zeit und Raum und mahnt die wissenschaftskritische Untersuchung des Fortschrittsprojekts ebenso wie die politische Diskussion der Ambivalenzen von Fortschrittserfolgen an.

 

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„Riss im Grund“ | Nordplatz | Fotomontage missing icons