Riss im Grund

Horizontale Skulptur

Sonderpreis der Jury
Endrunde Offener Kunstwettbewerb zur Erlangung
künstlerischer Entwürfe für das Haus der Zukunft | Berlin
BAM Deutschland AG

mi_berlin_hdz_web„Riss im Grund“ | Südplatz | Fotomontage missing icons

 

Entwurf 2016

Wettbewerb
Competitionline

 

Der Riss im Grund zieht sich als horizontale und prozessuale Skulptur real über die beiden Plätze vor und hinter dem Haus der Zukunft (jetzt Futurium). Er tritt streckenweise plastisch hervor und wird dann wieder zur Spur im Asphalt und läuft imaginär unter dem Haus der Zukunft weiter.

Das Haus der Zukunft entsteht in einer Zeit, in der weltweit die katastrophalen ökologischen wie sozialen Effekte des modernen Profit- und Fortschrittsstrebens täglich eindringlicher spürbar werden. Neben der drohenden Klimakatastrophe eskalieren die gewalttätigen Konflikte, die zu einem großen Teil aus der historisch bedingten Aufteilung der Welt und den globalen Ungleichzeitigkeiten des Fortschrittsprojekts resultieren.
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Kein Bild Keine Geschichte

Video-Sound-Installation

Galerie cubus-m | Pohlstraße 75 | Berlin

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„Kein Bild Keine Geschichte“ | Fotografie missing icons

 

Ausstellung 2015

 

Der zweite Fünfjahresplan der Volksrepublik China wurde von Mao Zedong ausgesetzt zugunsten des „Großen Sprungs nach vorn“, der China mit Hochgeschwindigkeit auf das Niveau der westlichen Industriestaaten heben und alle Ungleichheiten im riesigen Land aufheben sollte. Das Gegenteil trat ein. Dramatische Misswirtschaft, blinder Kadergehorsam und eine Dürre kosteten in den drei Jahren vor Abbruch des Programms 50 Millionen Chinesen das Leben. Dass dieser menschenverachtende Irrtum so lange aus der Weltgeschichte ausgeblendet war, verdankt sich der Bildpolitik im totalitären China: Was nicht sein konnte bzw. durfte, hinterließ keine dokumentarischen Spuren. Noch heute finden sich nur wenige Fotografien, die das Massensterben im Land zeigen. Dagegen gibt es eine ungeheure Fülle von strahlenden Agitprop-Bildern über die Ziele und das Gelingen des „Großen Sprungs nach vorn“.

Die Video-Sound-Installation blendet alle Bilder aus und umreißt in Buchstabe für Buchstabe auftauchenden, lakonisch verdichteten Sätzen die aberwitzige Verquickung von Hoffnung, Anmaßung und grausamen Fakten. Ein dürrer, rieselnder Soundtrack belgeitet das Erscheinen der Schrift und prägt jedes einzelne Wort auf dem halbtransparenten, billigen Kunststoffhintergrund für einen kurzen Moment tief ein.